Von Vergebung, Akzeptanz und Liebe

Seit ein paar Tagen bin ich wieder zurück in Spanien, bis es dann in 2 Wochen schon weiter geht nach Zentralamerika:).

Die Zeit in Deutschland war sehr schön, inmitten von Familie, alten und neuen Freunden. Das Seminar in Soest war unvergesslich. Ich danke alle Teilnehmer/innen noch einmal von Herzen für die Energie, die ihr mitgebracht habt, dafür dass wir es alle gemeinsam so wundervoll gestaltet haben.

Nach dem Seminar verbrachte ich noch einen Tag mit Nathanja, ihren und meinen Kindern und Konstantin, wir reflektierten über die schöne Zeit, lachten, inspirierten uns, ließen neue Ideen wachsen und fließen.

Wundervolle Gespräche, Inspiration, Liebe, Respekt, Familie, all das nahm ich mit zurück zu meinem Elternhaus.

Es ist oft so: Wir fühlen uns genährt und gehalten und genau dann sind wir stark genug, damit tief verborgene Muster ans Tageslicht kommen dürfen.

Genau das passierte: Das Verborgene kam ans Licht.

Mein Vater fühlte sich vom Spiel der Kinder gestört, er brauchte seine Ruhe und begann zu schimpfen und hatte an allem etwas auszusetzen. Ich fühlte mich erinnert an meine Kindheit und Jugend und fühlte mich angegriffen, nicht respektiert, nicht akzeptiert und nicht geliebt. Ich fiel genau wie er in meine „alte“ Rolle und wurde trotzig: Wenn ich nicht geliebt werde, dann gehe ich eben. Ich fahre zurück zu Nathanja wenn ich hier nicht erwünscht bin!

Noch in dem Moment, in dem dieser Satz aus meinem Mund kam, spürte ich Schmerz.
Ich spürte wie der Schmerz mich dazu brachte eine Zugverbindung zu suchen und mich bei meinem Bruder und meinem Mann über Papa zu „beschweren“ . Aber in mir war auch ein anderes Gefühl. Ein Gefühl das mich Innehalten ließ und mir sagte: Bleib bei dir. Fühle. Gehe hinein.

Auf der anderen Seite war aber das alte Muster, der Schmerz, der Trotz, der Drang in dem Schmerz zu verweilen und zu verfangen. Ja, dieses „Drama“ kannte ich sehr gut.

Ich erkannte die Verstrickung in mein altes Muster. Ich spürte tief in mir: Ich brauche Zeit für mich.

Also ging ich ins Bett. Die Kinder schliefen schon längst, doch ich blieb wach und fühlte. Tief in den alten Schmerz hinein. In das Gefühl nicht geliebt und nicht genug zu sein.

Doch auch die Präsenz in mir war da. Tief in mir fühlte ich: Alles ist gut. Identifiziere dich nicht mit deinen alten Mustern. Schau sie dir an. Fühle. Atme.

Ich fühlte und atmete in das Gefühl des Nichtgeliebtseins, des Unerwünschtseins. Und schlief dabei ein. Ich wachte in der Nacht immer wieder auf. Und atmete erneut in auftauchende Gefühle. Dabei schlief ich immer wieder ein und wachte kurze Zeit später wieder auf. Es war eine transformierende Nacht.

Am nächsten Morgen war der Geburtstag meines Vaters. Ich wusste: Ich musste mit ihm reden. Angst stieg in mir auf, der Drang davon zu laufen. Aber tief in mir war die Bestimmtheit alles auszusprechen.

Ich wich dieser inneren Bestimmtheit jedoch noch etwas aus:).

Ich duschte, zog mich an, versorgte die Kinder…. Dann ging ich zu ihm. Und sprach ganz offen alles aus. Und er auch. Ich öffnete mich und zeigte mich wie wie ich bin, sprach meine Gefühle aus und genau das tat auch er. Und alles fiel ab. All die alten Muster und Emotionen des Nichtgeliebtfühlens, die Identifikation mit den Gedanken und dem Schmerz. Und so konnten wir einander sehen, ohne die Rolle und die Muster.Die dahinter stehenden Gefühle.

Ich durfte erneut erleben, wie unsere Muster uns blind machen für die wahren Gefühle des anderen. Und wie ein offenes Herz alles ändert. Wenn ich mich akzeptiere und liebe, mit all dem was in mir auftaucht und ist, indem ich es nicht verneine, sondern es mir anschaue, es fühle, es annehme und liebkose, verändert sich alles. Wenn ich ehrlich bin, mich öffne und die Wahrheit aus meinen Herzen spreche, ist das auch für den anderen möglich. Mein Herz öffnet sich und damit auch das meines Gegenübers. Denn er ist mein Spiegel – ein Teil von mir, den er mir aufzeigt.

Alles war gelöst. Ich fühlte mich gelöst und dankbar. Nur wenig später begann mein Jüngster sich zu übergeben. Den ganzen Tag, immer wieder. Er hatte sich einen Magen-Darm-Virus eingefangen, doch mir schien, er würde alles ausspeien, was sich in mir gelöst hatte.

Die letzten Tage „Zuhause“ waren sehr schön. Ich bin dankbar für die Zeit, die ich mit meiner Familie hatte. Dankbar für die Liebe, die Vergebung, die Akzeptanz die immer in uns ist.

P. S. : Ich liebe das Zitat von Eckhart Tolle „Wenn du glaubst du bist erleuchtet, verbringe eine Woche mit deinen Eltern.“:).

Alles Liebe,

Alicia.